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Meryem Uslu mit einem Lächeln. (Credit: Torsten Helmke - Fotografie)
08.01.2022 // Tobias Gerold
// MERYEM USLU: DIE GRAND-DAME SAGT SERVUS
// Hamburger-Spitzenkämpferin hängt die Handschuhe an den Nagel

Es gibt für eine Top-Kämpferin wohl kaum ein besseres Szenario, als in der Heimat und vor den eigenen Fans verabschiedet zu werden. Auch wenn dieser eine, letzte Kampf verwehrt bleiben sollte. 


Meryem Uslu aus dem Gladiator Gym zählte in ihrer aktiven Zeit zweifelsohne zum Besten im K-1 & Muay Thai, was die nationale Szene zu bieten hatte. Dabei avancierte Uslu zu einem Aushängeschild und das nicht nur im Ring, sondern auch außerhalb.


Egal wie schwierig und steinig die Umstände waren, Uslu hat sich jeder Herausforderung gestellt. So auch bei Glory 44 in Chicago. In der Woche vor der Veranstaltung fiel die Gegnerin von Tiffany van Soest aus. Es erfolgte ein Anruf in Trittau und ohne mit der Wimper zu zucken nahm Uslu den Kampf an. Aufgelegt, Koffer gepackt und direkt in den Flieger. Dass es hier nicht zu Sieg reichte, ist zwar schade, aber eigentlich auch fast nebensächlich, wenn man die Kürze der Vorbereitungszeit bedenkt; zeigt der Kampf doch, welches Kämpferherz Uslu hat.


So auch im Kampf gegen Superstar Anissa Meksen im Jahre 2016. Schon nach der ersten Runde wusste die Hamburgerin, dass es mehr als nur schwer werden wird. Aber das Wort aufgeben existiert in ihrem Wortschatz nicht und so zwang Uslu die Championesse Meksen über die volle Distanz von fünf Runden, um sich im Kampf um die WBC-Krone nur nach Punkten geschlagen geben zu müssen.


Ein Highlight in ihrer Karriere war sicherlich auch der Gewinn des WLF-Championtitels der Damen im Limit bis 55kg im Jahre 2014. Durch einen einstimmigen Punktsieg über Yang Yang aus China schrieb Uslu Geschichte und krönte sich als erste Nicht-Asiatin zur Titelträgerin bei WLF. Diesen Titel verteidigte Uslu ein Jahr später an gleicher Stätte erneut durch einen einstimmigen Punktsieg über Xu Zhurong.


Tiffany van Soest, Iman Barlow, Sofia Olofsson, Anissa Meksen, Maria Lobo, Jessica Gladstone und und und - die Liste der Hochkaräter, die Meryem Uslu vor der Nase hatte, ist lang und eigentlich auch noch viel länger. Hätte ihr eine Krankheit nicht einen Strich durch die Rechnung gemacht, es wären mit Sicherheit noch einige hochkarätige Kämpfe dazu gekommen.


Mit Meryem Uslu verliert die nationale Kampfsportszene eine Ausnahmeerscheinung, deren Lücke es in der Zukunft zu schließen gilt. Das Team von fight24 dankt, sicher stellvertretend für viele Kampfsportfans,  Meryem Uslu für packende Kämpfe und wünscht für die Zukunft alles Gute.

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